Eine Diät, die manche Frage offen lässt – “Metabolic Balance” macht schlank – aber wie?

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie im Ernährungsbereich Studie um Studie veröffentlicht wird, die letzten Endes entweder mehr Fragen aufwirft, als vorher bestanden haben, oder deren Ergebnisse sofort von Wissenschaftlern einer anderen “Denkweise” zerlegt werden.

Der einzige Weg ist deshalb meiner Meinung nach.

1) Eine Strategie zurechtlegen und eine Vereinbarung mit sich selbst über die einzuhaltenden “Regeln” schliessen

2) Diese Strategie über einen vorher festgelegten Zeitraum konsequent umsetzen. Und das gelingt, wenn einem die Sache wichtig genug ist (und natürlich noch leichter mit professioneller Unterstützung und Hilfe)!

3) Nach diesem Zeitraum evaluieren, ob die Strategie erfolgreich war. Und an welchen Parametern noch “geschraubt” werden muss.

So gelingt Zug um Zug das Erlernen von Verhaltensweisen, die Auswahl der für einen selbst geeigneten Nahrungsmittel und die Regulierung des Körpergewichts. Und man fühlt sich wohl und sicher dabei, weil man weiß, man tut das Richtige.

Der erste und wichtigste Schritt führt also über den bewussten und strukturierten Umgang mit dem Thema. Und zwar so lange, bis wir das uns eigentlich inne-wohnende natürliche Gefühl für die Dinge die uns gut tun wieder gefunden haben.

Um einen sehr effektiven Weg, diesen Prozess zu starten geht es hier.

Und hier der Artikel zur Studie über Metabolic Balance von nano.de

Mit “Metabolic Balance” kann man abnehmen, sagt eine Studie. Nur lässt sie offen, ob die teure Analyse des Stoffwechsels dafür verantwortlich ist.

Nach einer Studie, erschienen im “Journal of Nutrition and Metabolism”, verlieren die Teilnehmer stärker an Gewicht als bei anderen Diäten; auch hält der Erfolg oft mindestens ein Jahr an. “Die Studie ist als Vorher-Nachher-Vergleich durchaus korrekt angelegt”, sagt Prof. Hans Hauner von der Technischen Universität München. “Wie man nun die Daten darstellt, das ist eine andere Frage. Man muss normalerweise die Daten so präsentieren, dass man auch die Aussteiger mit einbezieht. Wenn man das hier machte, sieht das Ergebnis nicht mehr ganz so eindrucksvoll aus.”

Bei “Metabolic Balance” bestimmt der Arzt zunächst durch eine Blutprobe zwei Dutzend Parameter, die “für den Stoffwechsel relevant sind”, so Ernährungsmediziner Dr. Wolf Funfack. Dabei greift er zu ausgewählten Blutwerten, die auf den Stoffwechsel “hinweisen”.

Daraus folgen strikte Regeln, die auf den Patienten zugeschnitten sein sollen: Jeder bekommt eine enge Auswahl an Lebensmitteln, die er zu sich nehmen darf – sonst nichts. So könne der Körper speziell die Enzyme herstellen, die er benötigt, um entweder Kohlenhydrate oder Fette zu verdauen. Außerdem: Mehr als drei Mahlzeiten am Tag sind nicht erlaubt – und zwischen ihnen müssen fünf Stunden Pause liegen.

Hauner sieht darum ein Energiedefizit als möglichen Grund, warum die Teilnehmer Gewicht verloren haben. Fette und Kohlenhydrate würden reduziert: “Von der Zusammensetzung der Makro-Nährstoffe her ist das Metabolic Balance Programm eher eiweißbetont. Der Kohlehydratanteil liegt bei vierzig Prozent, aber strenge Vorgaben gibt es diesbezüglich ja nicht.”

Die Studie schließt Nebeneffekte nicht aus

Unbestritten ist, dass viele Teilnehmer der “Metabolic Balance”-Studie abgenommen haben. Offen bleibt, ob die Erfolge durch die Methode oder durch andere Effekte zustande kommen.

Die Studie ist nicht verblindet, schon gar nicht doppelverblindet: Sowohl die Teilnehmer als auch die “Berater” wussten, mit welcher Methode sie arbeiten, Damit ist nicht auszuschließen, dass Placebo-Effekte greifen.

Die Teilnehmer haben sich vermutlich intensiv mit ihrer Ernährung befasst, schließlich mussten sie eine Blutanalyse für 350 Euro bezahlen und bekamen strikte Regeln vorgeschrieben. Darauf geht die Veröffentlichung der Wissenschaftler nicht ein. Aber: Wer sich so ausführlich mit seiner Ernährung befasst, der wird auch längerfristig die Ernährung umstellen – der ausbleibende “Jojo-Effekt” (während des Beobachtungszeitraums) nach “Metabolic Balance” ließe sich zwanglos auch so erklären.

Methodisch fehlen sinnvolle Kontrollen, die andere Erklärungen für den Abnehmeffekt ausschließen: Die erste Kontrollgruppe sind Menschen, die nicht teilnehmen wollten. Eine zweite Kontrollgruppe sind Personen, die das Programm vor Beginn oder im Verlauf der Studie abgebrochen haben. Sie haben ein Abbruchprotokoll ausgefüllt, wurden dann aber nicht weiter verfolgt. Damit bleibt unklar, ob sie auch ohne “Metabolic Balance” ihr verringertes Gewicht gehalten haben – die teure Methode bleibt damit den Nachweis schuldig, dass die aufwendige Blutanalyse und die Ernährungsvorschriften den “Jojo-Effekt” verhindert haben.

Es fehlt eine Kontrollgruppe, die sich nach den Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften ernährt oder die zumindest die gleiche Kalorienzahl wie die Testgruppe aufgenommen hat – ungeachtet der Enzyme. Schließlich haben die Teilnehmer der “Metabolic Balance”-Studie auch deutlich weniger gegessen. Somit bleibt unklar, ob die Gewichtsreduktion nicht allein durch die verringerte Kalorienzahl zustande kommt.

Es fehlt das heutzutage übliche “ergänzende Material” zur Studie: Es gibt keine veröffentlichten Daten über die Blutanalyse, die resultierenden Ernährungsempfehlungen und ähnliches. Somit erlaubt die Studie keinen Schluss, ob wirklich die speziellen “Metabolic Balance”-Empfehlungen die Cholesterin-Werte im Blut verbessert haben – oder ob das auch einfach mit herkömmlichen Diäten gelungen wäre.

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